Besondere Gegenstände in der Kirche

Meditative Betrachtung zur Bleiverglasung von Pastorin Maren Zerbe

Bloß ein Bild mit vielen bunten Farben???

Damit es Ihnen mit dieser Bleiverglasung nicht auch so geht, sondern damit Sie etwas darauf entdecken, finden Sie hier ein paar Hilfen zum besseren Sehen und Verstehen. Sie können mit Ihren Gedanken daran anknüpfen und weitere, eigene Beobachtungen machen.

Die Bleiverglasung

Das erste, was mir ins Auge fällt, ist das Gelb. Zwei verschiedene Gelbtöne. Das Gelb ist die dominierende Farbe der Bleiverglasung. Das Gelb, die Farbe des Lichtes, bahnt sich den Weg. Das Dunkle hat keine Chance; nur ganz unten sind noch ein paar graue Flächen zu sehen – eine kleine Erinnerung an die grauen Steine von Golgatha, den grauen Stein vor Jesu Grab. Das Licht überlagert alles Dunkle.

Bestimmend ist neben dem Gelb auch die Bewegung, eine Bewegung nach oben. Schwungvolle Linien durchziehen das Bild.
Sie wirken wie ein fließender Strom von Licht. Bewegt wie eine Kerzenflamme. Oder wie Menschen, die in Bewegung geraten...
Kleine rote Farbflächen blinken mitten im Gelben auf: wie eine Knospe vielleicht, eine Pflanze, die durch das Licht zum Blühen gebracht wird...

Das Licht überlagert alles Dunkle. Die Bewegung überlagert alles Starre.
Ein roter Balken ragt noch hervor – ein Balken vom Kreuz.
Das Kreuz ist noch zu sehen. Es gerät nicht in Vergessenheit.
Aber es steht nicht im Vordergrund.
Hier blicken wir nicht auf Tod, Schuld und Versagen. Hier halten wir uns fest an Bewegung, Veränderung, Licht, Hoffnung...

Hoffnung – grün wie die Hoffnung. Selbst unten am Boden, ganz dicht am Grau der Steine, ist Hoffnung.

Gerahmt sind die Farben vom Blau. Der Himmel ist nicht mit dunklen Wolken verhangen, sondern strahlend blau.
Ein strahlendes leuchtendes Blau ganz oben – da, wo wir Gott erwarten.
Ein helleres Blau daneben, mit weißen Schleiern – wie Wolken.
Die Farben wirken ganz unterschiedlich: Sind die Lampen eingeschaltet, wirkt dieser Randstreifen wie grau. Sind sie ausgeschaltet, wie blau.
Dann wird besonders deutlich: Das Blau des Himmels geht bis auf den Boden, bis auf die Erde herunter. „Da berühren sich Himmel und Erde...“

Und das Orange? Es leuchtet. Es strahlt Kraft und Wärme aus.
Ist es das Morgenrot? Die Farbe der aufgehenden Sonne am Ostermorgen?

Was sehen Sie?

Lassen Sie sich von den leuchtenden Farben erfreuen, geraten Sie dabei ruhig ins Träumen, machen Sie Ihre eigene Entdeckungsreise ins Land der Farben.

Pastorin Maren Zerbe