Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.
Datum
Titel
Name
Mi. 17.05.17
Wendung zum Leben
Peter Thom
Wendung zum Leben

Wendung zum Leben

„Mach in mir deinem Geiste Raum,

daß ich dir wird ein guter Baum

und laß mich Wurzel treiben.

Verleihe, daß zu deinem Ruhm

ich deines Gartens schöne Blum

und Pflanze möge bleiben.

 

So hat es Paul Gerhard gedichtet. Es sind für uns wohlvertraute Worte. Aber was bedeutet das eigentlich: „Mach in mir deinem Geiste Raum?“ Was bedeutet das eigentlich, wenn Gott in meinem Herzen wohnt? Oder der Heilige Geist von mir Besitz ergreift? Das ist ja der Gedanke von Pfingsten, daß Gottes guter Geist die Menschen ergreift, in Beschlag nimmt, begeistert und in Bewegung setzt

Ich will eine Geschichte erzählen:  Ein Mensch sitzt im Gefängnis. Die Zelle ist eng und dunkel. Das Fenster ist klein und vergittert. Aber durch dieses Fenster fällt etwas Licht in seine Zelle. Wenn er sich auf die Zehenspitzen stellt und sich mit den Händen an den Gitterstäben hochzieht, wenn er sich reckt und streckt, wenn er dann seinen Kopf etwas schräg durch die Gitterstäbe zwängt, kann er sehen, dass auf die graue Hauswand gegenüber Sonnenstrahlen fallen. Dann weiß er, dass die Sonne scheint. Davon lebt er. Das ist sehr anstren-gend für ihn, und natürlich schmerzen ihn bald Hände und Füße; sein ganzer Körper verkrampft. Aber es ist ihm wichtig, dieses Licht zu sehen. Darum hat er sich auch nie umgedreht. Denn sonst hätte er gesehen, dass die Tür zu seiner Zelle offen steht und draußen hell und warm. die Sonne scheint.

Seht einmal, darum geht es: Um diese Wendung zum Leben. Es geht um diese Wendung um 180 Grad, dass ich sehe: Die Tür zum Leben steht offen. Ich bin frei. Das Leben ist gut. Gott sagt Ja zu mir, er will, dass ich frei werde, so dass ich los komme von Angst und Trauer, so dass ich loskomme von diesem verkrampften Streben nach dem, was ich für Glück halte, was mir so wichtig ist, was man unbedingt haben, besitzen, kaufen und erwerben muss. Bis ich merke, das ist ja nicht einmal das eigentliche Glück, sondern nur ein Abziehbild vom echten Glück. Das ist ja nur der Widerschein vom Sonnenschein und nicht die helle, warme Sonne selbst. Und dann kommt es darauf an, dass ich verstehe: Gott ruft uns zu: Fangt an zu leben.

Seht einmal, darum geht es: Um diese Wendung zum Leben.

Gott will in mir Wohnung machen, mich ganz und gar ausfüllen, so dass ich loskomme von diesem verkrampften Streben nach dem, was ich für Glück halten, was mir so wichtig ist, was man unbedingt haben, besitzen, kaufen und erwerben muss. Bis ich merke, das ist ja nicht einmal was eigentliche Glück, sondern nur ein Abziehbild vom echten Glück. Das ist ja nur der Widerschein vom Sonnenschein und nicht die helle, warme Sonne selbst.

Mach in mir deinem Geiste Raum. Ja, Gott selbst soll in mir wohnen. Und dann kommt es darauf an, dass ich verstehe:

Das Leben ist mehr als unsere Probleme. Die Schöpfung ist größer als unsere Fragen. Gott ist weiter als unsere Zweifel. Am Ende, nach allen Zweifeln, nach allen Fragen, steht fest: Gottes Schöpfung ist gut. Es lohnt sich, in ihr zu leben. Trotz allem Leiden ist das Leben im Kern gut. Freilich: Wir leben aus der Gnade. Gott rechnet uns unseren Ungehorsam nicht an. Er befreit uns je und je aus dem Gefängnis unseres Ungehorsams, er holt uns heraus aus dem Kerker unserer Auflehnung gegen Gott. Und schenkt uns die Freiheit zum Leben neu. Und wir können spüren, schmecken und sehen, wie freundlich der Herr ist. Und lernen von neuem, was Kinder längst wissen: Gott ist überall. Unerforschlich, rätselhaft und großartig. Und beginnen zu verstehen, was erst Erwachsen-gewordene mit reifem Glauben erfassen können: Gott ist überall; ja, auch im Leiden. Gerade da sind wir in Gottes Liebe aufgehoben. Und darum werden wir immer wieder als Freigelassene Gott loben; wir werden dankbar dem Schöpfer singen, und man wird es hören, dass es der Gesang der Befreiten ist.

 

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Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden.
Ex 15,2 (E)

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